Die "neue" Geschichte zum jüdischen Friedhof
Geschichte der Restaurierung
Der gute Erhaltungszustand des Laupheimer jüdischen Friedhofs ist in erster Linie auf die unermüdliche Aktivität von Ernst Schäll zurückzuführen. Ernst Schäll, Jahrgang 1926 hat in den Jahren um 1985 mit der Restaurierung des Friedhofes begonnen. Zunächst sicherte er viele herumliegende Steine und Fragmente. Seine Arbeit begann zunächst auf dem Gräberfeld, eine Werkstatt existierte damals noch nicht. Unterstützt wurde er von ein paar Laupheimer Bürgern. Autodidaktisch wurden die Steine restauriert. Über die Jahre hinweg wurden die Ergebnisse immer professioneller. Als Ernst Schäll sein Pensionsalter erreichte legte er richtig los und war in den Sommermonaten täglich im Friedhof anzutreffen. Seine ehrenamtliche Tätigkeit wurde vom Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg mit der Heimat-Medaille belohnt.




Im Jahr 1988 erhielt Ernst Schäll das Bundesverdienstkreuz, 2000 erhielt er die Stauffer-Medaille, 2002 die Bürgermedaille der Stadt Laupheim und 2006 wurde er in Berlin mit dem Obermeyer Avard ausgezeichnet. Zu seinem 80. Geburtstag wurde Ernst Schäll zum Ehrenbürger Laupheim erhoben. In den Wintermonaten verbrachte er viel Zeit am Schreibtisch. Dort verfasste er einige Aufsätze über Friedrich Adler den Jugendstilkünstler, Ivo Schaible den Baustetter Künstler und Maler sowie über andere lokale historische Personen, so pflegte er seine vielen Kontakte zu ehemaligen Laupheimer Bürgern jüdischen Glaubens. Auf dem Friedhof kannte auch zu sehr vielen Gräbern im Friedhof die Geschichten. Ernst Schäll wuchs in Laupheim als Sohn eines Schneidermeisters auf. Seine Eltern waren immer Nazigegner und hatten eine pazifistische Einstellung. Zum Kundenkreis seines Vaters gehörten viele jüdische Mitbürger. Ernst Schäll hat bis 2004 die Restauration von Grabsteinen am Friedhof durchgeführt. Erst ein Schlaganfall hielt ihn von seiner ehrenvollen Aufgabe ab. Bereits ab ca.1990 wurde er von Michael Schick und auch anderen Helfern unterstützt. Die Hilfe war meist derart, dass Ernst Schäll beim Aufstellen und Abbau, sowie beim Rumdrehen der Steine auf dem Werktisch geholfen wurde. Nach seinem Krankheitsbedingten Ausfall wurde die Arbeit von Michael Schick übernommen. Seither wurde die Ausstattung der Werkstatt weiter ausgebaut. Derzeit werden je nach Aufwand zwischen 10 und 20 Grabsteine im Jahr restauriert. Die Bilder unten zeigen Ernst Schäll und Michael Schick, sowie Ernst Schäll bei der Arbeit.
