Restaurierung von Grabsteinen am
jüdischen Friedhof in Laupheim
Der jüdische Friedhof in Laupheim entstand kurz nach 1730. Er hatte eine Ausdehnung in Ost-West-Richtung von etwa 12 Metern, in Nord-Süd-Richtung von etwa 24 Meter. Dieser Teil, bildet für mehr als fünfzig Jahre, den ersten Gottesacker. Viele der einst hier vorhandenen Grabsteine sind zerfallen, und Rasen bedeckt die Flächen, auf denen sie einstmals standen. Teilweise zeigen die noch sichtbaren Fundamente die Grabstellen an. Hier aufgefundene Fragmente wurden in Platten eingegossen, die in den Nischen der Nordmauer aufgestellt wurden. Dort sind auch Steine aufgestellt, deren ursprünglicher Standort nicht mehr zu ermitteln war. Nachgewiesenen sind auch Holzgrabmäler, von denen um die Jahrhundertwende noch einige angetroffen wurden.
Die niedrigen Grabsteine – keiner soll den anderen überragen – haben archaische Formen mit halbrunden, halbrund-ausschwingendem oder spitzen Abschluss. Sie sind ganz unbeeinflusst vom barocken Stil jener Zeit und spiegeln treu den Glaubensgrundsatz der Bescheidenheit wider.
Die ersten Gräber waren sicher nur mit einem Holzbrett mit dem Namen des Verstobenen ausgestattet. Hatten die Angehörigen Geld so wurde am Jahrtag nach dem Tod des Verstobenen ein Grabstein aufgestellt. Eindrücklich ist die Symbolik des an der Nordseite stehenden, wunderbar erhaltenen Grabsteins aus beständigem Muschelkalk. Es ist das Grabmal für Samuel bar Naftali ha Cohen, zu deutsch Hirsch Samuel Kahn, gestorben 1764, mit den ausgebreiteten, segnenden und betenden Händen.
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Ältester erhaltener Grabstein von 1764
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